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Ohne Rußgeruch kein Ostern

Martina Veit aus Kaltern batikt Ostereier

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Foto: Stadt Wangen / Susanne Müller
Martina Veit beim Bemalen der Ostereier.
veröffentlicht am: 20.02.2026
Autor: Susanne Müller, Stadt Wangen
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wangen – Viele faszinierende Techniken sind beim Wangener Ostereiermarkt jedes Jahr zu bewundern. Spannend ist es, wenn aus traditionellen, alten Techniken völlig neue Formen und Farben gestaltet werden. Eine, die diese Kunst beherrscht, ist Martina Veit.

Mitten im großen Andrang des Wangener Ostereiermarktes (7. bis 8. März) zieht Martina Veit mit ruhiger Hand schwarze Linien über farbige Eier. Oft muss sie die Frage beantworten, wo die schwarzen Linien am Ende geblieben sind.  Denn nichts bleibt davon. Im Gegenteil sind es weiße Linien, die auf wahlweise rotem, blauem, grünem oder vielfarbigem Untergrund dem Ei Gestalt geben.

„Die schwarzen Linien entstehen, weil ich Wachs über einer Kerze erhitze. Das ist Ruß“, erklärt die Künstlerin aus Kaltern in Südtirol. Das Wachs deckt Schicht um Schicht die Farben ab, wodurch das Ei am Ende sein besonderes Bild bekommt. Es ist die klassische Batiktechnik, die aus Osteuropa, vor allem aus der Ukraine und aus dem transsilvanischen Teil Rumäniens bekannt ist. Doch Martina Veit überträgt die Technik in die Neuzeit und trifft damit auch einen Zeitgeschmack.

Gelernt hat sie die Batiktechnik von ihrer Mutter. Vor Ostern saß die ganze Familie am Tisch und hat Eier mit Batikmustern überzogen. Das heißt, über dem großen Tisch hing dann auch der Geruch von Ruß. Und heute? „Wenn‘s nicht stinkt und rußt, ist es nicht Ostern“, erzählt sie lachend.

Mit den Jahren habe sie ihren Stil immer wieder verändert, sagt die 48-Jährige. „Früher habe ich viel gegenständlicher gemalt.“ Dann kam eine Zeit, in der sie sich an der Form des Eis orientiert hat. Das bedeutet, jedes Ei wurde in Felder vom Spitz zum unteren Ende eingeteilt und dann bemalt. Irgendwann war ihr das nicht mehr genug. So suchte sie nach einer Möglichkeit, das Ei unabhängig von seiner Form auszufüllen. „Das war nicht so einfach, weil ich ja am Ende auf der ungleichen Fläche wieder ankommen musste. Da musste ich richtig kämpfen, bis es geklappt hat“, erzählt sie. Nach in zwischen mehrjähriger „Übung“ klappt das fast wie blind.

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Martina Veit fertigt moderne Batik-Ostereier an. Foto: Susanne Müller

Sie arbeitet auch viel mit Papier und Pflanzen

Die Batik-Ostereier zeigen nur einen Teil ihrer künstlerischen Begabung. Sie arbeitet viel mit Papier und Pflanzen. Sie trocknet Blumen und Gräser und fertigt daraus Leuchten. So scheint das Licht durch das Papier und wirft Schatten wegen der Blüten und Gräser. Vor allem auf Weihnachtsmärkten ist sie damit anzutreffen.

Ihr vielseitiges Talent gibt sie gerne weiter, zum Beispiel, wenn sie in einer Reha-Klinik für psychisch kranke Menschen kreative Projekte anbietet. Und gerne versammelt sie ihre Kinder (13 und 16 Jahre) mit ihren Freunden am Tisch und batikt mit ihnen Eier. Damit es mit Wachs- und Rußgeruch auch Ostern werden kann.
Susanne Müller

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Susanne Müller, Stadt Wangen
veröffentlicht am
20.02.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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