Narrenmesse St. Verena unter großer Beteiligung von Riedmeckelern und Ungeziefer




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Bad Wurzach – Das Dutzend ist voll: Bereits zum zwölften Mal begleitete die Stadtkapelle die Narrenmesse in der vollbesetzten St. Verena Kirche, zu der Pfarrer Stefan Maier wieder eine Predigt in Reimform, sowie die Narrenzunft Lesung und Fürbitten und Petra Springer ein verbales Dankeschön an „ihre“ Stadtkapelle beisteuerte.
Gemeinsam mit Pfarrer Stefan Maier zog eine große Zahl von Hästrägern hinter dem Vortragekreuz und der Zunftfahne unter den Klängen von Alfred Reeds Armenischen Tänzen der Stadtkapelle in die vollbesetzte Kirche ein. Auch die Freunde des Ungeziefers, seit vielen Jahren die alternative Narrenzunft in Bad Wurzach, waren in fast voller Mannschaftsstärke bei der diesjährigen Narrenmesse dabei.
Bereits beim Gloria wurde jedem Besucher bewusst, dass dies ein ganz besonderer Gottesdienst werden sollte. Was auch durch die Predigt von Pfarrer Maier bestätigt wurde.
„Nai – Nai / ouk ouk zu deutsch: Ja – Ja / Nein –nein / Das ist genug, Ja zu Gott und Nein zum Bösen, nur so kann uns der Herr erlösen,“ war deren Kernsatz, den der Pfarrer nach einem feierlichen Gongschlag jeweils von der Gemeinde wiederholen ließ: „ So soll es sein, das ist mein Wille: Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein ein Nein. Mit ganzem Herzen nicht zum Schein. Verbindlich, ehrlich entschieden und klar, konsequent, markant – nicht verhandelbar. Nicht nur heiße Luft erzeugen, nicht den Sinn der Wahrheit beugen, nicht Wortdurchfall – belanglos und seicht, sondern ehrlich verlässlich– das ist nicht leicht!
Das erste Ja betraf die Gottesmutter Maria, die nach Gottes Willen und voller Mut dem Herrn die Tür öffnet. Dieses Ja trug sie durch die Zeit ihres Lebens, zu keiner Zeit war es vergebens, trotz Schmerz und manchem Nicht–Begreifen. Das zweite Ja betrifft jeden persönlich: „Denn ohne mein Ja, persönlich und frei, kann Er sich nicht zu mir bekennen, wird er mich nicht erlösen können.
Das Ouk / ouk bedeutet ein klares und entschlossenes Nein. Dreimal kam es von Jesus beim Ringen mit dem Teufel: „Dreimal will der zu Fall ihn bringen, dreimal kann er ihm widerstehen.“ „Er geht diesen Weg bis ganz ans Ende, er breitet aus am Kreuz die Hände, und so in die ganze Welt, dass sie unter sein Kreuz sich stellt.“ Als Kind von Adam, dessen Nein mit den bekannten Folgen „schwächlich, wackelig war“ bekommt man es nicht alleine hin. „Doch bin in Jesus nicht allein stell mich in dessen Nein hinein.“
Der dritte Gong brachte als Conclusio des Ganzen: „In Jesus Christus streckt mir Gott seine Hand entgegen Er ist dieses Ja, Er ist Anfang und Ende. In ihm nimmt Gott uns in seine Hände. Er ist das Alpha und das Omega, er ist sein bedingungsloses Ja.“
Ganz besonders berührt sangen danach die Narren und die zivilen Gottesdienstbesucher das Friedensgruß-Lied aus dem Gotteslob mit: „Wo Menschen sich vergessen“.
Musikalisch begleitet von der Stadtkapelle
Dass diese Narrenmesse auch zu einem echten Audio-Highlight wurde, dafür sorgte die Stadtkapelle mit ihrer Leiterin Petra Springer. Neben den Liedern aus dem Gotteslob sorgten vor allem ihre Instrumental-Stücke für Kirchenkonzert Feeling. Etwa mit Titeln wie The wishing Well von Rosano Galante oder zur Kommunionbegleitung das kraftvolle „The Greatest Show“. So machte die Stadtkapelle die Narrenmesse zu einer runden Sache. Kein Wunder, dass nach dem Schlusssegen durch Pfarrer Stefan Maier – zurecht – frenetischer Jubel für sie aufbrandete, der sie noch zu der Zugabe „The Wellerman comes“ antrieb.
Ein ganz besonderes Dankeschön kam aber auch von der Stadtkapelle, natürlich in musikalischer Form. Mit Dirigentin Petra Springer, die sich in Reimform, unterlegt vom Grundthema des Fäaschtbänkler Hits „Dankeschön“, bei den Gottesdienstbesuchern bedankte. Ihr Dank ging auch an Pfarrer Maier, der die Messe möglich machte, was ganz sicher keine Selbstverständlichkeit sei. Aber ganz besonders bedankte sie sich bei ihren Musikern, die trotz Fasnet in die Proben gekommen waren.
Im Anschluss gab es für die Messebesucher noch als „Guatsle“, ausgeschenkt vom Kirchenchor auf dem Klosterplatz Kaffee, Glühwein und Punsch.
Text und Bilder: Uli Gresser
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