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Neues vom Bockausgraben

NZ Bockland startete mit einem Flying-Bock in die Fasnet

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Foto: Ulrich Gresser
Erstmals schwebte der namensgebende Bock bei der traditionellen Fasnetseröffnung durch die Eintürner Winterluft.
veröffentlicht am: 11.01.2026
Autor: Ulrich Gresser
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Eintürnen – Es war im 19. Jahr ihres Bestehens für die Narrenzunft Bockland in Eintürnen eine ganz besondere Fasnetseröffnung: Erstmals wurde der „Bock“ zum „Flying Bock“, denn statt am horizontalen Seil hing die namensgebende Maske an einem vertikalen und schwebte unter Feuerwerksbeschuss durch die Luft, nachdem sie aus ihrem dunklen Verlies befreit worden war.

Die 2007 in Weitprechts gegründete Narrenzunft Bockland-Eintürnen hat sich zum diesjährigen „Bockausgraben“, dem traditionellen Fasnetsstart, etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zunächst wurde der Film, der die Geschichte, die den Narrenfiguren der Zunft zugrunde liegt, präsentiert, an die Wand der Halle projeziert.

Die Geschichte

Die Geschichte beginnt exakt am 23. Juli 1876. An diesem Tag sollte ein 17jähriger Zimmerergeselle aus Molpertshaus einen Ziegenbock von Wiggenreute nach Molpertshaus führen. Dieser kam mit dem Tier gegen Abend an einer Wirtschaft in Eintürnen vorbei. Die beiden jungen Männer, die sich dort schon länger als Gäste aufhielten, beschlossen, dem Zimmergesellen einen Streich zu spielen. Als dieser gen Molpertshaus weiterzog, verließen auch sie das Gasthaus, holten ihn ein und sofort riss einer der Beiden den Strick, an dem der Bock geführt wurde, an sich, nachdem der andere dem Burschen einen Schlag versetzt hatte und dieser vor Angst davongerannt war. Die Beiden schlachteten den Bock noch in derselben Nacht und vergruben ihn am anderen Tag im Wald. Der Raub des Bockes wurde jedoch der Polizei gemeldet, weil sie beobachtet worden waren, und sie wurden sofort verhaftet. Bei der Gerichtsverhandlung am 29. Dezember 1876 wurden die beiden Männer wegen Diebstahls angeklagt. Sie wurden jedoch freigesprochen und das Ganze als schlechter Scherz gewertet. Seit diesem Tag hatten die Eintürner von den umliegenden Gemeinden unter dem Spottnamen „Bockländer“ zu leiden. Aufgrund der ständigen Beleidigungen und Hänseleien kapselten sich die Eintürner allmählich völlig von ihrer Umgebung ab. „Seit dieser Tierquälerei soll dieser Bock nachts als Teufel umherziehen.“ Es wurden auch unheimliche Geschichten über diesen Waldbutz erzählt, dessen Legende sich seither hartnäckig weiter hält. Kindern, die nach der Dämmerung noch draußen waren, wurde bis vor kurzem gedroht, dass der Waldbutz sie bald holen würde.

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Bock-Party in der Festhalle

150 Jahre später: Nachdem der befreite Bock, hinter dessen Maske sich Vizezunftmeister Ewald Bodenmüller verbarg, wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, wurde er von der Zunftmeisterin Christine Veser als Zimmergeselle und der großen Schar der Waldbutzen von der Musikkapelle Eintürnen zur Bock-Party in die Festhalle geleitet.

Dort bekamen die Hästräger, neben den einheimischen Waldbutzen waren noch Vertreter der 2024 gegründeten NZ Diepoldshofen, Herlazhofener Moorhexen, aber auch Teufelsbraut Hästräger der NZ Schlier, Geisterpudel aus Hergatz und Kresenz-Hexen aus Wolfegg zu dem Event gekommen, eine Mischung aus Live-Musik und Ballermann-Schlager aus der Konserve auf die Ohren.

Den Live-Musik machte dabei die Musikkapelle Eintürnen mit diversen Fasnets-Krachern, ihnen folgten dann der Fanfarenzug Bad Wurzach, der sich für die Jubiläumssaison der Bad Wurzacher Narren mit Leo-Hose und lila Pelzjacke extra in Schale geworfen hatte. Den Abschluss der Live-Darbietungen bildete die Lumpenkapelle aus Leupolz, die die Halle endgültig zum Kochen brachte. Aber auch dazwischen wurde fleißig „Wintersport“ betrieben: Vor allem die jugendlichen Partygäste hatten Riesenspaß an Fasnetskrachern wie dem von Tim Toupet „Wir fahren mit dem Bob“.

Und so hatten die rund 100 aktiven Mitglieder der Bockland-Zunft in Bar, Getränke-Ausschank und am Essensstand bei diesem denkwürdigen „Bockausgraben“ alle Hände voll zu tun, um am Ende des Tages sagen zu können: „Es war ein tolles Erlebnis.“
Text und Bilder: Uli Gresser

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Ulrich Gresser
veröffentlicht am
11.01.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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